Zalando: Marke, Online-Shop & Mode für Damen und Herren
Zalando ist Europas führende Online-Modeplattform — ein deutsches Startup, das sich innerhalb von wenigen Jahren vom Schuhladen im Keller zur milliardenschweren E-Commerce-Plattform entwickelt hat. Was 2008 in Berlin als Experiment begann, ist heute eine digitale Infrastruktur für Mode, die Marken, Models, Designer und Millionen von Kunden verbindet. In diesem Artikel bekommst du alles zu Zalando: Geschichte, Strategie, Kooperationen und was die Plattform für die Modelwelt bedeutet.
Die Gründungsgeschichte: Schuhe aus dem Keller
David Schneider und Robert Gentz gründeten Zalando im Oktober 2008 aus einem simplen Gedanken heraus: Schuhe online kaufen, bequem bestellen, unkompliziert zurückschicken. Die erste Bestellung kam aus einem umfunktionierten Bürokeller in Berlin — ohne großes Lager, ohne eigene Logistik, ohne Garantien. Was blieb, war eine Vision.
Den entscheidenden Boost brachten die Samwer-Brüder als Investoren. Über ihre Plattform Rocket Internet floss Kapital, Know-how und Netzwerk. Ein dritter Gründer kam hinzu: Rubin Ritter, ein weiterer Kommilitone aus der WHU — Otto Beisheim School of Management.
„Wir wussten, dass wir nicht das netteste Startup Europas werden würden. Wir wollten das größte werden.“ — Robert Gentz, Mitgründer Zalando
Der Werbeclip, der Deutschland spaltete
Die erste große Fernsehwerbung von Zalando wurde zu einem kulturellen Moment: Ein schrill schreiender Schuh-Schock mit dem Motto „Schrei vor Glück!“. In den Niederlanden gewann die Kampagne zweimal hintereinander den Titel „nervigste Werbung des Jahres“ — und war trotzdem Goldwert für die Markenbekanntheit. Niemand vergisst Zalando nach diesem Spot.
Vom Schuh-Shop zur Modeplattform: Expansion in Etappen
Sortimenterweiterung ab 2010
Anfang 2010 erweiterte Zalando sein Sortiment weit über Schuhe hinaus: Kleidung, Accessoires, Sportmode, und schließlich Beauty. Jede Erweiterung folgte der gleichen Logik: Was kauft die Zielgruppe in der Mode, und wie können wir das besser liefern als der stationäre Handel?
Internationaler Rollout in 17 Märkte
Zalando expandierte in Wellen durch ganz Europa. Jedes Land bekam eine lokalisierte Version: Eigene Sprache in der Kundenbetreuung, lokale Zahlungsmethoden, lokale Logistikpartner. Das war kein einfacher Copy-paste — es war echte Lokalisierung. Heute ist Zalando in 25 europäischen Märkten aktiv.
Börsengang 2014
Mit dem IPO an der Frankfurter Börse wurde Zalando offiziell einer der wichtigsten deutschen Tech-Konzerne. Der Kurs schwankte zunächst, stabilisierte sich dann aber auf einem Niveau, das die ambitionierte Bewertung rechtfertigte. Die Gründer blieben im Unternehmen — ein gutes Zeichen für Langfristigkeit.
Beauty-Kategorie 2019
2019 betrat Zalando mit einem eigenen Beauty-Konzeptstore in Berlin Mitte die nächste Wachstumsphase. Das Storekonzept „Beauty Station“ war ein Experiment: Offline-Experience als Ergänzung zur digitalen Plattform. Gleichzeitig wuchs das Online-Beauty-Sortiment auf über 6.000 Produkte.
Was Zalando erfolgreich macht: Die 5 wichtigsten Faktoren
- Kostenfreie Retouren: Das war Zalandos stärkstes Differenzierungsmerkmal zu Beginn. Kunden konnten bestellen, anprobieren und zurückschicken — ohne Kosten, ohne Aufwand. Das eliminierte die größte Kaufhemmung im Online-Handel: die Unsicherheit beim Kauf.
- Breites Sortiment: Zalando hat früh verstanden, dass Breite entscheidet. Fast 2.000 Marken in einer Plattform — von Basics bis Luxus, von Streetwear bis formalem Business-Look.
- Schnelle Lieferzeiten: Die Logistikinfrastruktur mit eigenen Lagern (Erfurt, Stradella, Mönchengladbach u.a.) ermöglicht Lieferungen innerhalb von 1–2 Tagen.
- Apple-Logik im Marketing: Ähnlich wie Apple investierte Zalando früh in aufwendige Kampagnen — nicht primär produktbezogen, sondern emotionsbasiert. Ergebnis: Eine Marke, die man nicht vergisst.
- Samwer-Netzwerk: Die Investoren brachten nicht nur Kapital, sondern auch operative Exzellenz aus dem E-Commerce-Ökosystem von Rocket Internet.
Zalando und Nachhaltigkeit: Pre-owned und Green Initiative
Zalando hat begonnen, Nachhaltigkeit als strategisches Differenzierungsmerkmal zu nutzen. Die wichtigsten Initiativen:
Pre-owned by Zalando
Secondhand-Mode auf der Plattform: Kunden können getragene Kleidung auf Zalando verkaufen und kaufen. Das ist kein kleines Add-on — es ist ein strategisches Bekenntnis zur Circular Fashion Economy.
Do.More Strategie
Zalandos offizielle Nachhaltigkeitsstrategie setzt auf drei Bereiche: nachhaltigere Produkte in der Plattform anbieten (aktuell 6.000+ Produkte gekennzeichnet), den eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren und Marken zu nachhaltigeren Praktiken anhalten.
- Nachhaltige Materialien: Bio-Baumwolle, TENCEL, Recycling-Fasern
- Viktor & Rolf Kapselkollektion aus Zalando-Überschuss-Beständen
- Packaging: zunehmend recycelbare und reduzierte Verpackungen
Zalando als Plattform für Models und Kampagnen
Zalando ist nicht nur ein Händler — es ist ein Medienunternehmen. Die Plattform produziert eigene Kampagnen, Content-Formate und Kooperationen, bei denen Models eine zentrale Rolle spielen. Wer Model werden möchte und im E-Commerce-Segment tätig sein will, kommt an Zalando nicht vorbei.
E-Commerce-Shootings für Plattformen wie Zalando zählen zu den häufigsten und stabilsten Buchungsarten in der Modelbusiness. Sie erfordern Professionalität, Tempo und Wandlungsfähigkeit — keine dramatische Catwalk-Performance, sondern technische Präzision vor der Kamera.
Typische Zahlen bei E-Commerce-Buchungen
- Tagesrate E-Commerce: 1.100–1.700 EUR (zzgl. Agenturgebühr)
- Anzahl Outfits pro Shooting-Tag: oft 50–100 Look-Changes
- Kamera-Richtlinien: frontale, seitliche und rückseitige Aufnahmen je Outfit
- Location: meist Studioproduktion, selten Outdoor
Für alle, die sich auf dieses Feld spezialisieren wollen: Eine klare, aktuelle Sedcard ist der erste Schritt. Mehr zu den Voraussetzungen als Model gibt es in unserem Überblick.
Kampagne: Cara Delevingne x Topshop x Zalando
In der preisgekrönten „Wherever You Are“-Kampagne mit Topshop schaffte Zalando es, ein globales Supermodel (Cara Delevingne) mit dem eigenen Lokalitäts-Versprechen zu verbinden. Delevingne versuchte, Städtenamen auszusprechen, in die Zalando liefert — lokal, charmant, authentisch. Ergebnis: Virale Reichweite ohne klassischen Werbedruck.
Kampagne: Zalando x Under Armour — Let’s get Bam
Unter dem Titel „Let’s get Bam“ präsentierten Zalando und Under Armour ihre erste gemeinsame Kollaboration. Präsentiert von Schauspielerin Emilia Schüle, kombinierte die Kollektion Lifestyle und Workout-Wear aus funktionalen Under-Armour-Materialien. Die Kombination aus Tech-Marke und Plattform-Reichweite war ein Erfolgsmodell für weitere Kooperationen.
Das Zalando-Outlet in Berlin
2013 eröffnete Zalando im Berliner Köpenicker Straße sein erstes stationäres Outlet. Auf rund 1.000 Quadratmetern, verteilt auf drei Ebenen, können registrierte Mitglieder aus über 500 Marken auswählen. Das Warenangebot umfasst B-Ware und reguläre Artikel mit Vergünstigungen zwischen 30 und 70 Prozent — ein physisches Gegengewicht zur digitalen Plattform.
Geschichte im Überblick
- 2008: Gründung durch David Schneider, Robert Gentz und (kurz danach) Rubin Ritter
- 2009: Erste Fernsehwerbung — der berühmte „Schrei vor Glück“-Spot
- 2010: Erweiterung auf Kleidung und Accessoires; Expansionskurs in Europa
- 2012: Launch der ersten Zalando App in Deutschland, über 1 Million Downloads in 3 Monaten
- 2013: Eröffnung des Outlets in Berlin Köpenick
- 2014: IPO an der Frankfurter Börse
- 2019: Launch der Beauty-Kategorie und des Konzeptstore Beauty Station
- Heute: 25 europäische Märkte, Topshop-Eigenmarke übernommen, Pre-owned-Plattform aktiv
Q&A zu Zalando
Wer hat Zalando gegründet?
Zalando wurde 2008 von David Schneider und Robert Gentz gegründet. Kurz darauf stieg Rubin Ritter als dritter Gründer ein. Alle drei studierten an der WHU — Beisheim School of Management und lernten dort die Samwer-Brüder kennen, die als erste Investoren fungierten.
In welchen Ländern ist Zalando aktiv?
Zalando ist aktuell in 25 europäischen Märkten aktiv — darunter Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Belgien, Spanien, Italien, Schweden, Polen und weitere. Eine globale Expansion außerhalb Europas ist bisher nicht erfolgt.
Wie verdient Zalando Geld?
Zalando verdient auf zwei Wegen: Erstens durch Direktverkauf eigener Lagerware (klassisches E-Commerce-Modell). Zweitens durch das Partner-Programm, bei dem externe Marken ihre Produkte über die Zalando-Plattform verkaufen und Zalando eine Provision erhält. Das Partner-Programm macht inzwischen einen wachsenden Teil des Umsatzes aus.
Warum ist Zalando so erfolgreich?
Zalando hat von Anfang an den Kundenfokus priorisiert: kostenlose Retouren, schnelle Lieferung, breites Sortiment. Dazu kamen frühzeitige Investitionen in Technologie und eine smarte Marketing-Strategie. Das Ergebnis ist eine Plattform, die sich in Europa als Standard für Online-Mode etabliert hat.
Kauft Zalando Marken auf?
Ja — Zalando hat in den vergangenen Jahren gezielt Marken aufgekauft. Das prominenteste Beispiel ist Topshop, dessen Online-Rechte und Inventar Zalando zusammen mit Asos nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Arcadia erwarb. Außerdem wurde das dänische Kindermode-Label Zircle integriert.
Marken wie Zalando: Ähnliche Plattformen im Vergleich
Asos: Der britische Counterpart
Asos ist der größte europäische Konkurrent von Zalando — ebenfalls stark in jungen Zielgruppen, ebenfalls online-first. Wo Zalando europäisch-lokal denkt, ist Asos britisch-global. Beide betreiben inzwischen eigene Marken-Labels neben dem Plattform-Geschäft. Mehr zu Asos: Asos
Topshop: Inzwischen Teil von Zalando
Nach der Asos-Übernahme der Topshop-Marke ist Topshop auch bei Zalando erhältlich. Die britische Kultmarke ist damit Teil des Zalando-Ökosystems geworden. Mehr zur Marke: Topshop — britische Marke, Jeans und British Style
Modemarken: Der große Überblick
Zalando ist eine der wichtigsten Vertriebsplattformen für Modemarken in Europa. Wer tiefer in die Welt der Modemarken eintauchen möchte, findet im Überblick alle wichtigen Labels nach Stil, Herkunft und Preissegment.











