Die Modenschau – Laufsteg & Catwalk Tipps für Models
Wer glaubt, ein Model laufe einfach geradeaus und sehe dabei gut aus, hat noch nie hinter die Kulissen einer Modenschau geschaut. Der Laufsteg ist eine Bühne — und wer sie nicht beherrscht, fällt auf. Nicht elegant. Casting-Direktoren erkennen innerhalb der ersten drei Schritte, ob ein Model Laufsteg-Routine hat oder nicht. Diese drei Schritte entscheiden über Buchungen, über Wiedereinladungen, über Karrieren. Hier erfährst du, was Profis wirklich anders machen — und wie du es ihnen gleichtust.
Haltung auf dem Catwalk: Das Fundament jedes Auftritts
Wer auf dem Laufsteg überzeugen will, beginnt nicht beim Gang, sondern bei der Körperhaltung. Ein aufrechter Rücken ist keine Empfehlung — er ist Pflicht. Der klassische Test: Lege ein Buch auf deinen Kopf und gehe damit zehn Meter geradeaus. Fällt es ab, sitzt deine Haltung noch nicht. Dieser Test klingt antiquiert, ist aber in Laufsteg-Coachings von Paris bis Hamburg nach wie vor Standard, weil er unmittelbar zeigt, wo Kontrolle fehlt.
Schultern, Kern und Blick
Die Schultern gehören weit zurück und nach unten — niemals hochgezogen. Hochgezogene Schultern signalisieren Nervosität, und Nervosität ist auf dem Catwalk sichtbar, noch bevor ein Zuschauer weiß, warum er unruhig wird. Der Bauch ist leicht angespannt, die Wirbelsäule lang gedacht. Der Blick geht geradeaus oder mit leichtem Fokus über die Köpfe der ersten Reihe — nie auf den Boden, nie suchend in die Menge.
- Schultern zurück und aktiv nach unten
- Kinn parallel zum Boden halten
- Bauchspannung als stille Stütze
- Blick: fest, aber nicht aggressiv
- Keine seitlichen Kopfbewegungen beim Gehen
Die richtige Körperspannung
Viele Nachwuchs-Models verwechseln Entspannung mit Schlaffheit. Profis sind entspannt, aber nie weich. Die Arme schwingen natürlich — nicht theatralisch, nicht eingefroren. Eine gute Faustregel: Der Arm schwingt maximal so weit nach vorne, dass die Hand die Hosentaschenlinie nicht überschreitet. Wer mehr schwingt, wirkt übertrieben; wer gar nicht schwingt, wirkt steif wie eine Schaufensterpuppe.
Der Laufsteg-Gang: Technik, Rhythmus und Präsenz
Der typische Catwalk-Gang unterscheidet sich deutlich vom Alltagsgehen. Das Geheimnis liegt in der Fußplatzierung: Modelle setzen einen Fuß annähernd vor den anderen auf einer gedachten Mittellinie — das erzeugt die charakteristische leichte Hüftbewegung, die keine künstliche Performance ist, sondern das physische Ergebnis korrekter Fußarbeit. Wer die Hüfte bewusst schwingt, übertreibt immer.
Schritt, Tempo und Rhythmus
Das Tempo auf dem Laufsteg variiert je nach Designer und Musik — doch ein häufiger Fehler ist, zu schnell zu laufen. Schnelles Gehen lässt das Outfit nicht wirken. Bei Runway-Shows der großen Designer beträgt die Gehgeschwindigkeit im Schnitt etwa 1,2 bis 1,5 Meter pro Sekunde. Das ist zügig, aber kontrolliert. Übe mit einem Metronom oder mit Musik in konstantem BPM-Bereich zwischen 110 und 130 — das ist das Standardtempo der meisten Runway-Tracks.
- Fuß fast auf einer Linie setzen
- Schrittlänge: schulterbreit, nicht weiter
- Tempo: zügig, nie gehetzt
- Absatz zuerst aufsetzen, abrollen
- Gleichmäßiger Rhythmus — keine Pausen
Das Ende des Laufstegs: Pose, Pause, Wende
Am Ende des Laufstegs wird das Model bewertet — hier schaut die gesamte Front Row gleichzeitig hin. Die Pose am Ende dauert in der Regel zwei bis drei Sekunden. Länger wirkt arrogant, kürzer wirkt unsicher. Dann kommt die Wende: Sie erfolgt immer aus der Hüfte heraus, nicht aus den Schultern. Die gängigste Technik ist die Drehung über die dominante Seite in einem flüssigen Schwung. Übe diese Wende mindestens ebenso intensiv wie den Gang selbst — Casting-Direktoren merken, wenn jemand sie vergessen hat.
„Ein Model, das die Wende nicht beherrscht, hat den Laufsteg nicht beherrscht — egal wie gut der Rest war. Die letzten drei Sekunden bleiben im Gedächtnis.“
— Runway Coach, 15 Jahre Erfahrung mit Shows in Mailand und Paris
Vorbereitung auf die Modenschau: Was vor dem ersten Schritt passiert
Runway-Erfolg beginnt nicht auf dem Catwalk, sondern Wochen vorher. Wer zu einem Casting vorbereiten muss, sollte wissen: Für Show-Castings werden Models oft explizit gebeten, ihren natürlichen Gang zu zeigen — keine Performance, kein erzwungenes Lächeln. Authentizität im Gang wird höher bewertet als perfektionierte Technik ohne innere Haltung.
Training und Laufübungen
Professionelles Laufsteg-Training umfasst drei Kernbereiche: Gangschulung, Körperbewusstsein und Outfit-spezifisches Training. Letzteres wird oft unterschätzt: Ein langes Abendkleid läuft sich fundamental anders als ein kurzes Kleid oder ein Hosenanzug. Wenn du weißt, welchen Designer du auf der Show vertreten wirst, übe im ähnlichen Outfit — besonders im Hinblick auf Länge und Schuhtyp.
- Täglich 20 Minuten gezieltes Gangtraining
- High Heels: Mindestens 3 Stunden Einlaufzeit
- Outfit-Wechsel: unter 90 Sekunden anstreben
- Spiegel und Video-Feedback nutzen mit Posing Tipps
Outfit-Wechsel backstage
Auf professionellen Shows bleiben zwischen zwei Auftritten manchmal weniger als 60 Sekunden für den kompletten Outfit-Wechsel. Wer das erste Mal backstage steht, ist davon überfordert. Die Lösung: Outfits werden in der Reihenfolge der Auftritte vorbereitet, alle Knöpfe und Reißverschlüsse vorgeöffnet, Schuhe direkt daneben. Kein Model sucht backstage selbst nach seinen Kleidungsstücken — das ist die Aufgabe der Dresser. Deine Aufgabe ist es, ruhig, kooperativ und fokussiert zu bleiben.
Show-Etiquette und Profi-Verhalten auf dem Laufsteg
Technik ist das Eine — Verhalten das Andere. Models, die dauerhaft gebucht werden, zeichnen sich durch professionelles Auftreten aus, das weit über den Catwalk hinausgeht. Wer sich für eine Casting bei CM Models interessiert oder langfristig mit einer seriöse Modelagentur arbeiten möchte, sollte wissen: Backstage-Verhalten wird beobachtet und bewertet — oft mehr als der Gang selbst.
Was Profis auf der Show anders machen
| Bereich | Anfänger | Profi |
|---|---|---|
| Haltung | Wechselhaft, nachlassend | Konstant, auch backstage |
| Blick | Unsicher, suchend | Fokussiert, geradeaus |
| Wende | Abrupt, unsicher | Fließend, kontrolliert |
| Outfit-Wechsel | Hektisch, langsam | Ruhig, unter 90 Sekunden |
| Backstage-Verhalten | Abgelenkt, laut | Fokussiert, kooperativ |
| Umgang mit Fehlern | Sichtbare Reaktion | Weitergehen, keine Reaktion |
Fehler auf dem Catwalk: So reagierst du richtig
Stolpern, ein entfallender Schuh, ein klemmendes Kleid — das passiert auch Profis. Der Unterschied liegt in der Reaktion. Wer auf dem Laufsteg strauchelt und sichtbar erschrickt, macht aus einem kleinen Missgeschick eine Szene. Wer weitergeht, als wäre nichts gewesen, wird im besten Fall dafür bewundert. Naomi Campbell stürzte auf der Vivienne-Westwood-Show in 30-Zentimeter-Plateauschuhen — und gilt heute als Beispiel dafür, wie man mit Würde aufsteht. Das Prinzip gilt für jeden Laufsteg.
- Sturz: aufstehen, weitergehen, neutral bleiben
- Klemmendes Outfit: ruhig lösen, kein Zupfen
- Verlorener Schuh: kurz aufnehmen oder ignorieren
- Niemals lachen oder entschuldigen auf dem Laufsteg
Wer langfristig auf internationalen Shows auftreten will — von der Fashion Week Berlin bis zur Paris Fashion Week — muss diesen mentalen Aspekt genauso trainieren wie den Gang selbst. Die Big 4 Fashion Weeks in New York, London, Mailand und Paris setzen genau dieses Nervenkostüm voraus. Wer die New York Fashion Week, die Mailand Fashion Week oder die London Fashion Week als Ziel hat, sollte früh mit Modelcoaching Behind The Scenes beginnen.
Deine Catwalk-Checkliste vor der ersten Show
- ☐ Haltungstest mit Buch bestanden
- ☐ Gangtraining mindestens 4 Wochen absolviert
- ☐ High Heels vollständig eingelaufen
- ☐ Outfit-Wechsel unter 90 Sekunden geübt
- ☐ Wende flüssig und sicher beherrscht
- ☐ Endpose 2–3 Sekunden geübt und kontrolliert
- ☐ Backstage-Ablauf bekannt und vorbereitet
- ☐ Mentale Vorbereitung auf Fehler durchgespielt
- ☐ Kontakt zur Agentur für Briefing bestätigt
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Häufige Fragen zum Laufsteg
Wie lange dauert es, einen professionellen Catwalk-Gang zu erlernen?
Mit täglichem Training von 20 bis 30 Minuten erreichen die meisten Menschen innerhalb von vier bis acht Wochen ein solides Grundniveau. Einen wirklich professionellen Gang, der auch unter Show-Bedingungen trägt, entwickelt man durch mehrere Live-Erfahrungen auf echten Shows — Theorie und Spiegel ersetzen das nicht vollständig.
Muss ich für den Laufsteg eine bestimmte Körpergröße mitbringen?
Für klassische Haute-Couture- und Ready-to-Wear-Shows liegt die Mindestgröße bei Frauen meist zwischen 174 und 180 cm. Es gibt jedoch wachsende Segmente im Bereich Curvy Model werden und bei Modelagentur ohne Mindestgröße, wo andere Maßstäbe gelten. Entscheidend ist, dass du deinen Gang für deine Körpergröße optimierst — nicht für eine imaginäre Norm.
Wie übt man den Catwalk-Gang zuhause ohne Laufsteg?
Klebe mit Malerkrepp eine gerade Linie auf den Boden — mindestens acht Meter lang. Übe, beide Füße nahe dieser Linie zu setzen, ohne sie zu überkreuzen. Nimm dich dabei mit dem Smartphone von hinten auf. Was du auf Video siehst, ist das, was Casting-Direktoren sehen. Musik mit konstantem Tempo hilft, einen gleichmäßigen Rhythmus zu entwickeln.
Was ist der häufigste Fehler von Nachwuchs-Models auf dem Laufsteg?
Der häufigste Fehler ist zu schnelles Gehen — aus Nervosität. Das zweithäufigste Problem ist ein gesenkter Blick, besonders beim Wenden. Beides lässt sich durch bewusstes Verlangsamen und Videotraining innerhalb weniger Wochen beheben. Wer eine Modelmappe für Casting vorbereitet und gleichzeitig am Gang arbeitet, signalisiert Agenturen, dass er es ernst meint.










