Shootingday! Der Alltag von Fotograf, Visagistin und Model

Vom glamourösen Laufsteg direkt auf die After-Show-Party – so sieht der Modelljob in der Fantasie aus. Die Realität hinter einem professionellen Fotoshooting ist jedoch deutlich facettenreicher, anstrengender und spannender zugleich. Wir haben Fotograf Oliver Rudolph, Visagistin Sandra Meier und Model Marie Dahmen einen kompletten Shootingday lang begleitet – von der morgendlichen Shoppingtour durch die Kölner Innenstadt bis zum letzten Klick der Kamera am späten Nachmittag. Was ihr hier erfahrt, zeigt den echten Alltag hinter den Kulissen eines professionellen Fotoshootings.

10 Uhr – Shopping und Styling: Der Shootingday beginnt auf der Straße

Ein professionelles Shooting beginnt selten im Studio. Fotograf Oliver Rudolph trifft sich zunächst mit Model Marie Dahmen in der Kölner Innenstadt, um die Outfits für den Tag zu sichten und auszuwählen. Wer Voraussetzungen als Model kennt, weiß: Nicht nur das Aussehen zählt – auch das Gespür für Styling und die Fähigkeit, Kleidung körpergerecht zu präsentieren, sind entscheidend.

Die Auswahl der Kleidung folgt einem klaren Konzept. Oliver erklärt, welche Farben vor der Kamera funktionieren, welche Muster ablenken und warum bestimmte Schnitte je nach Körpertyp völlig unterschiedlich wirken. Für Models, die sich noch fragen, welche Maße und Voraussetzungen wirklich relevant sind, zeigt diese Phase: Proportionen und Ausstrahlung zählen mehr als nackte Zahlen.

Was beim Styling-Briefing besprochen wird

Bevor auch nur ein Kleidungsstück in die Umkleidekabine wandert, findet ein kurzes Briefing statt. Dabei werden Moodboard, Farbpalette und die Zielgruppe der späteren Fotos besprochen. Wer wissen möchte, wie man sich optimal auf solche Situationen vorbereitet, sollte sich unbedingt mit dem Thema Casting vorbereiten beschäftigen – viele Tipps gelten genauso für Shootings.

  • Farbpalette des Moodboards klären
  • Mindestens 3 komplette Outfits einplanen
  • Accessoires nicht vergessen
  • Bequeme Schuhe für lange Drehtage
  • Neutrale Unterwäsche mitbringen

12 Uhr – Im Studio: Hair & Make-up als Fundament des Shootings

Zurück im Studio übernimmt Visagistin Sandra Meier das Zepter. Sie ist es, die aus dem natürlichen Look von Marie das fertige Shooting-Make-up zaubert – und das ist deutlich mehr als Puder und Lippenstift. Ein professionelles Make-up für die Kamera unterscheidet sich grundlegend von Alltagsschminke, denn Blitzlicht und Studioleuchten schlucken Farben und verändern Konturen.

„Make-up für die Kamera ist immer ein bisschen mehr als man denkt – aber niemals mehr als nötig. Wir schminken nicht für den Spiegel, sondern für das Objektiv. Das ist ein riesiger Unterschied, den viele unterschätzen.“ – Sandra Meier, Visagistin

Der Unterschied zwischen Tages- und Kamera-Make-up

Sandra arbeitet mit Produkten, die speziell für HD-Kameras entwickelt wurden. Concealer werden stärker pigmentiert aufgetragen, Contouring wird tiefer gesetzt und die Lippenlinie präziser nachgezogen. Gleichzeitig muss das Make-up Bestand haben – ein Shooting dauert Stunden, die Studiolampen wärmen auf, und das Model muss posieren, lächeln und sich bewegen. Für Models, die sich fragen, ob man auch nebenberuflich modeln kann, sei gesagt: Dieser Schminkstuhl und die damit verbundene Geduld sind ein echter Charaktertest.

Die Hair-Styling-Phase schließt sich direkt an. Je nach Konzept entstehen naturalistische Wellen, strenge Hochsteckfrisuren oder bewusst wild-natürliche Looks. Durchschnittlich dauert die gesamte Make-up- und Haarstyling-Phase zwischen 60 und 90 Minuten – bei aufwendigen Editorial-Produktionen auch deutlich länger.

14 Uhr – Das eigentliche Shooting: Zwischen Perfektion und Spontanität

Wenn das Licht steht, die Reflektoren justiert sind und Marie im ersten Outfit vor dem Hintergrund steht, beginnt die eigentliche Arbeit. Oliver Rudolph arbeitet mit einer Kombination aus natürlichem Licht und Studioblitzen – eine Technik, die den Fotos Tiefe verleiht, ohne künstlich zu wirken.

Wie ein Fotograf mit dem Model kommuniziert

Was von außen wie ein entspanntes Gespräch wirkt, ist in Wahrheit präzise Regieführung. Oliver gibt kontinuierlich Feedback: „Kinn leicht nach vorne“, „Schulter fallen lassen“, „jetzt kurz innehalten“. Diese permanente Kommunikation ist kein Zufall, sondern Methode. Models, die sich intensiver mit Posing Tipps beschäftigt haben, merken schnell, dass Körperbewusstsein auch vor der Kamera Gold wert ist.

Die besten Fotos entstehen oft in den Pausen zwischen den eigentlichen Posen – wenn das Model kurz lacht, den Blick abwendet oder sich die Haare aus dem Gesicht streicht. Deshalb hört die Kamera eines guten Fotografen nie wirklich auf zu arbeiten.

Outfitwechsel und Retuschen zwischendurch

Nach jedem Outfit-Block folgt ein kurzer Stop bei Sandra. Foundation wird nachgepudert, Haare werden gerichtet, Lippenstift frisch aufgetragen. Dieser Rhythmus – Shooting, Pause, Retusche, Shooting – zieht sich durch den gesamten Nachmittag. Es ist ein Takt, den erfolgreiche Models schnell verinnerlichen. Wer wissen möchte, ob die eigene Agentur seriös arbeitet, sollte prüfen, ob solche Professionals überhaupt Teil des Teams sind – bei einer seriösen Modelagentur ist das Standard.

Der Tagesablauf auf einen Blick

Uhrzeit Station Beteiligte Person(en) Dauer
10:00 Uhr Shopping & Outfit-Selektion Fotograf, Model ca. 90 Min.
11:30 Uhr Anreise & Studio-Setup Gesamtes Team ca. 30 Min.
12:00 Uhr Make-up & Hair Styling Visagistin, Model 60–90 Min.
13:30 Uhr Licht-Setup & Testshots Fotograf, Model ca. 30 Min.
14:00 Uhr Haupt-Shooting (3 Outfits) Gesamtes Team ca. 3 Stunden
17:00 Uhr Abschluss & Bildauswahl Fotograf, Model ca. 30 Min.

Was Models für ihren ersten Shootingday wissen sollten

Ein professionelles Shooting ist kein Selbstläufer. Wer als Neueinsteiger weiß, worauf es ankommt, spart sich Zeit, Nerven und vermeidet typische Anfängerfehler. Besonders wichtig ist die Vorbereitung – von der Modelmappe für das Casting bis zur richtigen Einstellung am Set. Auch wer sich fragt, ob er die klassischen Maße erfüllen muss: Es gibt heute erfolgreiche Curvy Models und zahlreiche Modelagenturen ohne Mindestgröße, die gezielt nach diversen Gesichtern suchen.

Checkliste: Darauf solltest du am Shootingday achten

  • ☐ Haut am Vorabend gut eincremen
  • ☐ Nägel gepflegt, aber unlackiert erscheinen
  • ☐ Haare frisch gewaschen, kein Styling
  • ☐ Neutrale Unterwäsche ohne sichtbare Abdrücke
  • ☐ Snacks und ausreichend Wasser mitbringen
  • ☐ Handy auf lautlos – volle Aufmerksamkeit geben
  • ☐ Komfortables Wechsel-Outfit für An- und Abreise
  • ☐ Bewerbungsfotos oder Mappe griffbereit halten
  • ☐ Pünktlichkeit – lieber 15 Minuten früher
  • ☐ Offene Haltung gegenüber Regie-Anweisungen

Wer noch keine Agentur hat und jetzt einsteigen möchte: Je nach Wohnort gibt es Anlaufstellen wie eine Modelagentur in Berlin, eine Modelagentur in Hamburg oder direkt einen Casting-Termin bei CM Models. Wer internationale Ambitionen hegt, sollte sich mit den Möglichkeiten rund um Modeln im Ausland oder einen 1 Tag in einer Modelagentur beschäftigen – denn die großen Big 4 Fashion Weeks sind für viele das Endziel.

  • Immer ausgeschlafen und erholt kommen
  • Kein schweres Parfüm tragen
  • Rückmeldungen professionell annehmen
  • Auf das eigene Wohlbefinden achten

Wer sich unsicher ist, ob eine Agentur seriös arbeitet oder ob man für Fotos bezahlen muss, sollte vorab klären, ob die Modelagentur Geld verlangt – eine Modelagentur ohne Gebühren ist grundsätzlich das verlässlichere Zeichen. Interessierte können auch direkt jetzt bewerben und den ersten Schritt wagen.

Häufige Fragen zum Shootingday

Wie lange dauert ein professionelles Fotoshooting?

Ein typischer Shootingday mit mehreren Outfits, professionellem Make-up und Haarstyling dauert zwischen sechs und acht Stunden. Kürzere Einzelsessions für Bewerbungsfotos können auch in zwei bis drei Stunden abgeschlossen werden. Für größere Editorial-Produktionen mit mehreren Locations sind ganze Tage oder sogar Wochenenden eingeplant.

Was sollte ein Model zu einem Shooting mitbringen?

Neben dem besprochenen Outfit empfiehlt sich neutrale Unterwäsche ohne Gummibänder-Abdrücke, gepflegte und unlackierte Nägel, frisch gewaschenes Haar ohne Stylingprodukte sowie ausreichend Wasser und leichte Snacks. Eine aktuelle Modelmappe oder digitale Bewerbungsfotos können ebenfalls hilfreich sein.

Wie viel verdient ein Model bei einem Fotoshooting?

Das hängt stark von Erfahrung, Agentur und Auftraggeber ab. Einsteiger erhalten bei Testshootings häufig keine Vergütung, dafür Fotos für ihre Mappe. Erfahrene Models mit Agentur verdienen je nach Job und Nutzungsrechten deutlich mehr. Ausführliche Informationen dazu findest du unter Was verdient ein Model?.

Muss man bestimmte Maße haben, um bei einem Shooting gebucht zu werden?

Klassische Hochglanzmagazine haben nach wie vor Vorstellungen von bestimmten Körpermaßen, aber die Branche wandelt sich. Es gibt spezialisierte Agenturen für Models in großen Größen und Projekte, die gezielt nach Diversität suchen. Wer die konkreten Anforderungen verstehen möchte, findet unter Model werden – alle Schritte einen guten Überblick über den gesamten Einstiegsprozess.

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