Welche Arten von Models gibt es? Alle Modelarten im Überblick
Wenn du „Model“ hörst, denkst du vielleicht an Laufsteg und Hochglanzmagazine. Dabei gibt es viele verschiedene Arten von Models, und jede hat eigene Anforderungen und Jobs. In diesem Überblick erfährst du, welche Modelarten es gibt, was sie ausmacht und wie du herausfindest, was zu dir passt.
Kurz erklärt: Es gibt nicht „das eine“ Model. Die wichtigsten Arten sind Fashion, Commercial, Fitness, Hand- und Teilmodel, Plus Size, Kids, Best Ager, Fit-Model, Promotion und Männer-Model. Welche für dich passt, hängt von deinem Typ, deinen Stärken und deinen Interessen ab, nicht nur von der Körpergröße.
Die Modelarten im Überblick
Bevor wir ins Detail gehen, bekommst du hier einen schnellen Vergleich. Fachbegriffe erklären wir danach in den einzelnen Abschnitten.
| Modelart | Typische Anforderungen | Typische Jobs |
|---|---|---|
| Fashion / High Fashion | Oft Mindestgröße, schlanke Proportionen, markantes Gesicht, Laufstegtauglichkeit | Modenschauen, Editorials, Designer-Kampagnen |
| Commercial | Natürliche Ausstrahlung, Wiedererkennbarkeit, Spielfreude | Werbung, Kataloge, Online-Shops |
| Fitness | Trainierter Körper, Sportlichkeit, Disziplin | Sportmarken, Fitness-Kampagnen, Magazine |
| Hand- und Teilmodel | Gepflegte Hände, Füße oder andere Körperpartien, ruhige Haltung | Schmuck, Kosmetik, Produktfotos |
| Plus Size / Curvy | Selbstbewusstsein, Ausstrahlung, Konfektionsgrößen im Plus-Size-Bereich | Mode-Kampagnen, Kataloge, Shows |
| Kids | Natürlichkeit, Spaß an der Sache, Unterstützung der Eltern | Kindermode, Spielzeug-Werbung, Kataloge |
| Best Ager / 40plus | Authentische Ausstrahlung, Erfahrung, gepflegtes Auftreten | Werbung für Gesundheit, Mode, Lifestyle |
| Fit-Model | Sehr konstante Maße, gutes Körpergefühl, präzises Feedback | Anproben bei Modefirmen |
| Promotion | Kommunikationsstärke, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit | Messen, Events, Produktvorstellungen |
| Männer-Model | Je nach Bereich: Größe, Typ, Sportlichkeit oder Charakterkopf | Mode, Werbung, Fitness, Kataloge |
Fashion und High Fashion
Was ist Fashion-Modeling?
Fashion-Modeling dreht sich um Mode. High Fashion ist die Spitze davon: Gemeint sind Designermode, Haute Couture (aufwendige, hochwertige Einzelstücke) und große Fashion Weeks. Hier zählt das Gesamtbild aus Gesicht, Proportionen und Ausstrahlung.
Anforderungen und Jobs
Für High Fashion werden meist bestimmte Größen und Proportionen verlangt. Das ist branchenüblich, sagt aber nichts über deinen Wert aus. Typische Jobs sind Modenschauen auf dem Runway (dem Laufsteg), Fotostrecken für Magazine und Kampagnen von Modemarken.
- Oft gefragt: Mindestgröße und schlanke Proportionen
- Wichtig: ein ausdrucksstarkes Gesicht und Körperspannung
- Meist dabei: viel Reisen, Castings und Geduld
Wenn du dich für die ganz großen Namen der Branche interessierst, wirf einen Blick auf die Topmodels.
Commercial Model
Commercial bedeutet „kommerziell“, also Werbung für alltägliche Produkte. Hier suchen Firmen Menschen, mit denen sich Kundinnen und Kunden identifizieren können. Das reicht von Versicherungen über Lebensmittel bis zu Haushaltsgeräten.
Die Anforderungen sind offener als bei High Fashion. Gefragt sind ein sympathisches Auftreten, natürliche Mimik und die Fähigkeit, Situationen glaubwürdig darzustellen. Typische Jobs sind Katalogfotos, Online-Shops, Werbekampagnen und Imagefilme.
Für viele Einsteiger ist Commercial ein guter Startpunkt, weil Größe und Maße weniger streng bewertet werden. Mehr zum Einstieg findest du auf unserer Seite zur Modelagentur für Anfänger.
Fitness-Model
Fitness-Models zeigen einen trainierten, gesunden Körper. Sie arbeiten für Sportmarken, Studios, Supplement-Hersteller und Magazine. Wichtig ist, dass der Körper echte Sportlichkeit ausstrahlt.
Die Anforderungen sind Training, Ernährungsbewusstsein und Disziplin. Achte dabei immer auf deine Gesundheit: Extreme Diäten oder Übertraining sind kein Weg, den seriöse Agenturen von dir verlangen.
- Typische Jobs: Sportkampagnen, Social-Media-Content, Produktshootings
- Vorteil: Wenn du ohnehin gern trainierst, ist der Einstieg natürlich
Hand- und Teilmodel
Ein Teilmodel zeigt nur einen Teil des Körpers, zum Beispiel Hände, Füße, Beine oder Haare. Ein Handmodel präsentiert etwa Schmuck, Nagellack, Uhren oder Cremes. Dein Gesicht ist dabei nicht im Bild.
Gefragt sind gepflegte, ebenmäßige Körperpartien und die Fähigkeit, lange ruhig und entspannt zu bleiben. Typische Jobs sind Produktfotos für Online-Shops, Werbung für Kosmetik und Schmuck sowie Spots, in denen Hände etwas zeigen oder halten.
Das ist eine spannende Nische, wenn du dich im Gesicht nicht klassisch als Model siehst, aber ein besonderes Detail mitbringst.
Plus Size und Curvy
Plus Size bezeichnet Mode und Models in größeren Konfektionsgrößen. „Curvy“ meint kurvige Figuren und wird oft ähnlich verwendet. Die Branche öffnet sich hier zunehmend für mehr Vielfalt.
Gefragt sind Selbstbewusstsein, Ausstrahlung und ein gutes Gefühl für Posen. Typische Jobs sind Kampagnen von Modemarken, Katalogfotos und Shows. Mehr dazu erfährst du auf unserer Seite zu Plus Size.
Kids-Model
Kids-Models sind Kinder, die für Kindermode, Spielzeug oder Familienwerbung vor der Kamera stehen. Hier gilt: Der Spaß des Kindes steht an erster Stelle, und die Eltern sind immer eingebunden.
Für Eltern gilt: Schule, Freizeit und Gesundheit haben Vorrang. Seriöse Agenturen verlangen nie Gebühren für die Aufnahme. Wenn dein Kind Interesse hat, findest du Orientierung bei Model werden mit 13.
- Typische Jobs: Kinderkataloge, Werbespots, Fotoshootings
- Wichtig: Gesetzliche Regeln zu Arbeitszeiten und Pausen beachten
- Gut zu wissen: Eltern begleiten und entscheiden mit
Für Jugendliche, die einen Schritt weiter sind, ist Model werden mit 14 ein hilfreicher Einstieg, vor allem mit Blick auf die Schule.
Best Ager und 40plus
„Best Ager“ sind Models ab etwa 40 oder 50 Jahren. Werbung braucht Gesichter jeder Altersgruppe, denn nicht jedes Produkt richtet sich an junge Menschen.
Gefragt sind eine authentische Ausstrahlung, Lebenserfahrung und ein gepflegtes Auftreten. Typische Jobs sind Werbung für Gesundheit, Reisen, Finanzen, Mode und Lifestyle. Auch ein Quereinstieg ist hier gut möglich.
Fit-Model
Ein Fit-Model wird nicht für Fotos gebucht, sondern für Anproben. Modefirmen testen an dir, wie Kleidung sitzt, bevor sie in Serie geht. Du gibst Feedback, ob etwas kneift, rutscht oder bequem ist.
Gefragt sind sehr konstante Maße, ein gutes Körpergefühl und die Fähigkeit, präzise zu beschreiben, wie sich Kleidung anfühlt. Mehr dazu liest du im Beitrag zum Fitting.
Promotion-Model
Promotion-Models vertreten Marken auf Messen, Events und in Geschäften. Sie sprechen Menschen an, erklären Produkte und verteilen Proben. Das Gesicht der Marke bist du dabei im direkten Kontakt.
Gefragt sind Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsstärke. Ein gutes Aussehen ist Nebensache, entscheidend ist dein Auftreten. Für viele ist das ein guter Nebenjob, zum Beispiel neben Schule oder Studium.
Männer-Model
Auch Männer haben vielfältige Möglichkeiten: von Mode über Fitness bis zu Commercial und Charakterköpfen. Gefragt sind nicht nur Sportler, sondern auch markante, authentische Typen. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zum Männer-Model.
Welche Modelart passt zu dir?
Eine kleine Orientierung
Du musst dich nicht sofort festlegen. Viele Models arbeiten in mehreren Bereichen. Diese Fragen helfen dir beim Sortieren:
- Macht dir Bewegung und Laufen Spaß? Dann schau dir Runway und Fashion an.
- Bist du gern natürlich und locker? Commercial könnte passen.
- Trainierst du regelmäßig? Fitness ist einen Blick wert.
- Kommunizierst du gern mit Menschen? Promotion liegt nahe.
- Hast du ein besonderes Merkmal wie schöne Hände? Probiere Teilmodel.
Checkliste für den Start
- ☐ Ich weiß, welche zwei Modelarten mich am meisten interessieren
- ☐ Ich habe ein paar natürliche Fotos ohne Filter gemacht
- ☐ Ich habe mit meinen Eltern gesprochen (bei Minderjährigen)
- ☐ Ich weiß, dass seriöse Agenturen keine Gebühren verlangen
- ☐ Ich habe Schule und Gesundheit fest im Blick
Insider-Tipp der Agentur: Viele Bewerberinnen und Bewerber sind überrascht, in welchem Bereich sie am Ende gebucht werden. Bleib offen für mehr als eine Richtung. Oft ist es genau die Art, an die du anfangs gar nicht gedacht hast, bei der du richtig aufblühst.
Wo fange ich an?
Der erste Schritt ist ein gutes Portfolio, also eine Mappe mit deinen besten Fotos. Dafür brauchst du keine teure Ausrüstung, einfache, natürliche Bilder reichen für den Anfang. Eine Modelagentur hilft dir danach, den passenden Bereich zu finden.
Auch dein Wohnort spielt eine Rolle, denn Castings finden oft in größeren Städten statt. Agenturen gibt es zum Beispiel in Berlin, München, Köln, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf und Leipzig. Einen umfassenden Einstieg bietet unsere Seite Model werden.
Dein nächster Schritt
Du kennst jetzt die wichtigsten Arten von Models und weißt, worauf es bei jeder ankommt. Wenn du ausprobieren möchtest, welche zu dir passt, schick uns einfach deine Bewerbung.
FAQ
Muss ich eine bestimmte Größe haben, um Model zu werden?
Nein, nicht für alle Modelarten. Für High Fashion und Runway werden oft Mindestgrößen verlangt. Bei Commercial, Plus Size, Best Ager, Promotion oder Teilmodel spielt die Größe meist eine kleinere Rolle.
Kann ich in mehreren Bereichen gleichzeitig arbeiten?
Ja, das ist möglich und sogar üblich. Viele Models decken zum Beispiel Commercial und Fashion ab. Deine Agentur bespricht mit dir, welche Kombinationen für dich Sinn ergeben.
Ab welchem Alter kann man als Model arbeiten?
Kinder können schon früh als Kids-Models arbeiten, immer mit Einverständnis und Begleitung der Eltern. Nach oben gibt es keine feste Grenze, denn Best Ager sind in der Werbung gefragt. Schule und Gesundheit gehen bei Minderjährigen immer vor.
Muss ich für die Aufnahme bei einer Agentur bezahlen?
Nein. Seriöse Agenturen verlangen keine Gebühren für die Aufnahme oder Bewerbung. Wenn jemand vorab Geld fordert, ist das ein Warnsignal, und du solltest vorsichtig sein.




























